Gießen Bergkaserne aufgegeben


Die Bergkaserne in Gießen wurde geschlossen

Bergkaserne:

Kasernenfläche: 10,2 Hektar

Bereits freigegeben: 3,9 Hektar davon verfügbar 3 Hektar

Noch freizugeben: 6,3 Hektar davon verfgbar 5,8 Hektar

Gebäudenutzfläche: rd 17.300 qm

Verkehrsfläche: rd 24.000 qm

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Anschrift:

Ehemalige Bergkaserne

35349 Gießen

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Geschichte Bergkaserne (Tab.):

1885

Eine Kaserne wird in Gießen gebaut die später den Namen Bergkaserne erhält.

Neue Kaserne = Bergkaserne

Foto Neue Kaserne

1886

Die Kaserne in Gießen wird fertiggestellt.

1887

I. Batallion und das Füselier Btl ziehen in die Kaserne

Infrantrieregiment Nr. 116 „Kaiser Wilhelm“ (Aufgestellt am 17.Juni 1813 / Untergang August 1944 als InfRgm 116  in Tiraspol / Ukraine)

1938

Ein Relief von Carl Boucard wird neben dem Eingang der Kaserne eingeweiht.

Foto Bergkaserne ca. 1938

1961

Ausbildungs-Batterie 2/III

Schütze A. M.

1976

Btl Kommandeur Instandsetzungbataillon 2 Oberstleutnant Brüstle

Kp-Chef 3. Instandssetzungsbataillon 2 Kp-Chef Hauptmann Schulze

Ein Oberfeldwebel führt das Mannschafts- und Unteroffiziersheim

OFw Henn Optik

OG P. Optik

Schütze  Sch.

Schütze S.

In der Optik-Gruppe die aus Soldaten und Zivilisten bestand wurden Marschkompaß, Ferngläser und Theodoliten für die Truppe gereinigt und Instandgesetzt. Ein Zivilangestellter reparierte zudem Uhren.

Highlight:

Der OFw H. lies in der Optikwerkstatt eine Tonüberwachung installieren. Mit dieser konnte er die Gespräche die in der Werkstatt geführt wurden mithören. Ein Soldat forderte den Einsatz des Militärischen Abschirmdienst (MAD) und ein Zivilangestellte forderte den sofortigen Abbau der Anlage, was dann auch geschehen ist.

Ein Hauptmann muß im Kaserneneigenen Knast mehrere Tage absitzen. Der Stellvertretende Wachhabende der ihm das Essen bringen sollte, zieht im Knastraum hinter sich die Türe zu und ist ab diesem Moment mit seiner scharfen Waffe selbst gefangen da die Tür von Innen auch mit Schlüssel nicht geöffnet werden kann. Unverzüglich klingelt der Stellvertretende Wachhabende Sturm. Der Wachhabende geht zum Verlies, lässt den stellv. Wachhabenden seine Waffe aus dem vergitterten Fenster werfen und befreit diesen mit vorgehaltener Waffe.

Oktober 1976:

Ein Obergefreiter als Wachhabender eingesetzt soll auf Befehl des StOvWa (Stellvertretender Offizier der Wache) ein Oberfeldwebel des 1./ Inst Btl 2 den Eingangsbereich für die Fahrzeuge kehren. Der stellvertretende Wachabende ist auf Rundgang, das Wachgebäude ist nicht mehr Besetzt – es folgt eine Beschwerde (13.10.1976) gegen den OFw Z. Der Kommandeur stellt die Beschwerde ein, der Wachhabende hätte sich gegen das Kehren beschweren müssen und nicht dass das Wachgebäude nicht besetz sei. Der Wachabende trifft bei einer erneuten Wache auf den gleichen OFw als StOvWa. Der Wachhabende gibt seinem Stellvertreter den Befehl das Wachgebäude keinesfalls zu verlassen. Der Wachhabende kehrt nun freiwillig den Besagten Eingangsbereich. Es folgt helle Aufregung beim StOvWa, ebenfalls beim Kasernenoffizier, der dann die Wachanweisung dahingehend verändert, dass der StOvWa das Kehren des Eingangsbereichs durch Wachhabenen / Stellvertreter veranlassen darf, wenn das Wachgebäude durch Wachhabenen oder Stellvertreter besetzt ist.

Eine Anti-Bundeswehr-Demonstration mit Kindern versammelt sich vor der Bergkaserne. Der StOvWa ist nicht Herr der Lage. Der Wachhabende übernimmt die Verantwortung, alamiert die Bereitschaft. Ein Demonstrant klettert über den Zaun, der Wachhabende geht in die Knie und legt mit seiner Pistole an, fordert 2 Mann der Bereitschaft auf den Mann einzufangen. Der Wachhabende schreit ich warte auf den Warnschuss. Der StOvWa gibt den Warnschuss, der Wachhabende schiesst jedoch nicht, die 2 Bereitschaftssoldaten holen den Demonstranten ein und übergeben diesen nach Personalienfeststellung der Polizei. Die Demonstration löst sich von alleine auf und gibt den Eingangsbereich wieder frei.

Der Schütze F. kommt in die Bergkaserne zum 3./ InstBtl 2. Der Schütze F. trägt in Hessen einen schlechten Ruf vor sich her, da dieser als W15er schon über 2 Jahre bei der Bundeswehr ist, weil er ständig im „Knast“ gesessen hat und alles Nachdienen mußte. Die Mannschaftsdienstgrade des 3./ InstBtl 2 schwören sich, das Schütze F. mit allen Mitteln aus der Bundeswehr zu entlassen ist. Mit Hilfe des KpFw und des Kp-Chef werden die Akten von Schütze F. durchsucht, keine Vergehen die einen Knast rechtfertigten konnte festgestellt werden. Wenig Später wird Schütze F.  am gleichen Tag Rückwirkend zum Gefreiten und zum Hauptgefreiten befördert, kurze Zeit später wird er leider nicht Fristgerecht entlassen.

Die Russen kommen. Das Kasernentor ist geöffnet, die Schranke geschlossen. Ein Russische Fahrzeug mit 4 Militärischen Insassen hält vor der Kaserne mit gutem Sicherheitsabstand. Der Wachhabende postiert sich im Eingangsbereich, der Russische Fahrer steigt aus, „machen Sie auf wir müssen Kontrollieren“ – der Wachhabende sagt „einen Augenblick“ und schliesst die Tore. „Wir haben das recht dazu, machen Sie auf“. Der Wachhabende dutzt jetzt seine Russischen Freunde und sagt“ mach dich fort, sonst muß ich dich bestrafen“ und greift an seine Pistole. Der Fahrer steigt ein, der Beifahrer steigt aus, offensichtlich ein Offizier „machen Sie das Kasernentor auf, wir sind von der Russischen Besatzungsmacht und müssen eine Kontrolle durchführen“. Der genervte Wachhabende zieht seine Pistole, ladt durch und zielt auf dem Russischen Offizier „mach dich weg du W….“. Der Offizier springt in das KFz und alle fahren eiligst im Rückwärtsgang davon. Der StOvWA kommt gemütlich aus dem Wachgebäude und fragt „Was war denn los?“

Wirtin versteht die Bundeswehr nicht

Ein lediger Soldat aus der Bergkaserne geht in seine Stammkneipe nach Giessen. Entgegen der eigentlichen Gewohnheit spricht die Wirtin ungewöhnlich wenig mit dem Obergefreiten, unterhält sich am anderen Ende der langen Theke mit 2 weiteren Gästen. Nach dem 2ten oder 3ten Bier kommt die Gastwirtin zum Soldaten aus der Bergkaserne. „Wir haben am Donnerstag eine Geschlossene Gesellschaft“ Der Soldat“ Ist Ok, dann gehe ich woanders hin“ Die Wirtin: „Wie du gehst woanders hin – die Geschlossene Gesellschaft soll für dich sein“ „Wie für mich? Ich habe doch gar keinen Geburtstag!“ Die Wirtin: „Wie du hast keinen Geburtstag?“ Der Soldat wird laut“ Natürlich habe ich Geburtstag, aber nicht am Donnertag“ Die Wirtin entfernt sich und geht zum Spülbecken, feuert mit aller Kraft Ihre Teller ins Wssergefüllte Becken. Der Soldat denkt“Ist die jetzt Blöde, da gehen doch die Teller kaputt“ Nach einiger Zeit kommt die Wirtin zurück, zeigt mit Ihrem Zeigefinger auf das Gesicht des Soldaten, dieser fühlt sich nun bedroht „Findest du es in Ordnung, dass deine Wirtin in der Bäckerei erfährt, dass du eine Freundin hast?“ Der Soldat sagt“ Ich gehe in keine Bäckerei, ich bekomme meine Brötchen von der Bundeswehr“ „Was hast du denn jetzt mit Brötchen?“ Der Soldat genervt: „Ich habe nichts mit Brötchen, habe lediglich gesagt, dass ich meine Brötchen bei der Bundeswehr bekomme“. „Willst du ein Brötchen“ Der Obergefreite wird wieder laut: „Ich will kein Brötchen, ich bekomme diese in der Kaserne“ Die Wirtin wieder mit Zeigefinger zeigend „Du hättest auch keine bekommen, so wie du mit mir sprichst!!!“ Sie geht wieder zu ihrem Spülbecken und feuert nun ihre Tassen in das Wasser. Nach ca. 5 Minuten Frust kommt die Wirtin zum Soldaten aus der Bergkaserne zurück. „Du hast überhaupt keine Freundin“ Obwohl er das Wort „Freundin“ an diesem Abend nicht erwähnt hatte meint dieser “Das habe ich dir jetzt ständig versucht zu erklären“ – Wirtin: „Dann besorg dir bis Donnerstag eine“ Der lebensnahe Soldat „Heute ist Dienstag, dass schaffe ich bis Donnerstag doch nicht, selbst ne Dicke bekomme ich bis dahin nicht“. Die untersetzte Wirtin „Was hast du gegen Dicke? – Egal du kommst am Donnerstag, die anderen bringen Ihre Frauen mit und du suchst dir davon eine aus“ Der aus der Bergkaserne: „Was – weisst du was du da redest, ich soll mir eine der Verheiratenden oder Verlobten Frauen angeln, du produzierst damit heftigen Streit. Es tut mir Leid, such dir einen anderen Grund und feiert die Geschlossene Gesellschaft ohne mich“ – Die Geschlossene Gesellschaft war auch ohne dem Soldaten und ohne Freundin Erfolgreich. Das Gerücht mit dieser angeblichen Freundin klärte sich Jahre später auf, eine Servicekraft aus der Steuben-Ranch hatte sich in diesen Obergefreiten verliebt, und meinte zu den Gästen wenn diese Fragten „Hast du einen Freund?“, dass es dieser Obergefreite sei. So wurde dieses gerücht nicht nur in den 2 Kasernen in Giessen verteilt, es wurde auch innerhalb der Stadt erzählt, bis es irgendwann einmal durch den ehemaligen Zugführer des Soldaten auch die Bergkaserne ich Eschweiler bei Aachen erreichte und dort nach Jahren aufgeklärt wurde.

1978

Kommandeur Instbataillon 2  Major Stahlberg

1995

Aufstellung des Verteidigungskommando 47 in Gießen Bergkaserne

1999

Verteidigungsbezirkskommando 47

2001

Oberst Horst Schopf

Highlight:

Die DKP Gießen erstattet gegen Oberst Schopf Strafanzeige wegen des Verdachts des „Aufstachelns zum Angriffskrieg“ nach §80a StGB, Verstoss gegen Artikel 26 des Grundgesetzes wie auch gegen den Artikel 2 der UN-Charta.

2006

Noch besteht ein minimaler Betrieb in der Bergkaserne.

Zum 01.06.2006 sollte die Bima das Gelände übernehmen (Endgültige Schliessung) dazu kam es aber nicht. (Bima= Bundesanstalt für Immobilienaufgaben)

2007

09.03.2007 Das Verteidigungsbezirkskommando 47 wird aufgelöst. Wird als Landeskommando Hessen in Wiesbaden neu aufgestellt.

1.11.2007 die Bima übernimmt das Gelände der ehemaligen Bergkaserne in Gießen.

2009

Zirkus Henry bezieht auf dem ehemaligen Kasernengelände in der Nähe des Hauptzollamts ihr Winterquatier. Eine Aufschrift an einer Wand „VBK 47“ erinnert daran das einst das Verteidigungskommando 47 in der Bergkaserne untergebracht war.

Bild Zirkus Henry

2010

Sa 31.07.2010:

Es werden Soldaten im ehemaligen T-Bereich der Bergkaserne gesehen die offensichtlich irgendwelche Materialien auf Fahrzeuge laden. Der T-Bereich wurde schon seit längerer Zeit durch einen Zaun vom übrigen Areal getrennt. (Informationen aus dem Internet)

Weiter Informationen:

Bei „Wer-kennt-wen“ gibt es eine Gruppe Bergkaserne Giessen (ehemaliges Feldlazarett 310).

2011

08.07.2011:

Die Gießener-Allgemeine schreibt dass das Investorenkonzept für die Bergkaserne steht.

An der Grünbergerstraße soll ein Verbrauchermarkt, im hinteren Teil eine Wohnbebauung entstehen. Die Supermarkteröffnung se für den Herbst 2012 vorgesehen. Zwei der Spitzbunker aus den 30er Jahren sollen intergriert werden.

Gießener Allgemeine

2012

21.02.2012:

Bergkaserne: Treppenaufgang zum T-Bereich (Technischer Bereich)

03.10.2012:

Das unter Denkmalschutz stehende Soldaten Relief aus dem Jahre 1938 wurde mit dem Spruch „Blöder Nazi Kram“ beschmiert. Die Partei die Linke hatte 2011 vergeblich versucht, das Denkmal entfernen zu lassen. Das Kunstwerk ist vom Zerfall bedroht, die Restarierung ist geplant, aber noch nicht in Angriff genommen worden.

Linke Kunstschändung

05.10.2012:

Die Gießner Allgemeine berichtet über den Fortschritt der Umbauarbeiten in der Berg-Kaserne.

Gießener Allgemeine 10/12

Foto Umbauarbeiten Berg-Kaserne

Foto Bergkaserne Datum unbekannt

Satellitenaufnahme Bergkaserne Gießen

Luftschutzbunker Gießen (Bergkaserne)

 

Über Kämpfer an der unsichtbaren Front

Else Kling Sesamstrasse
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